Vorrangiges Ziel ist die Unterhaltskosten deutlich zu senken

Freibadsanierung beginnt im August

Bereits seit längerer Zeit setzt sich der Stadtrat intensiv mit der Sanierung des Rottenburger Freibads auseinander. Dabei wurde beschlossen, das komplette Bad mit allen erforderlichen Maßnahmen nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sanieren und zu ertüchtigen.

Freibadsanierung beginnt im August

Dazu gehört neben der Sanierung des Mehrzweckbeckens, der Edelstahlauskleidung des vorhandenen Beckens, auch die Erneuerung des Umkleide‐ und Sanitärbereichs. Außerdem wird das Heizungskonzept vollständig überarbeitet. Die für den Betrieb der Beckenanlage erforderliche Aufbereitungsanlage wird nach den aktuellen Richtlinien und Vorgaben ertüchtigt bzw. erweitert. Die technische Gebäudeausstattung (Heizung, Sanitär, Elektro) ist ebenfalls auf die neuen Nutzungsrandbedingungen nach der Sanierung anzupassen.

 

Auch wenn unser Freibad sich nach rein optischen Gesichtspunkten, noch in einem guten Zustand befindet, so hat die Substanz in verschiedenen Bereichen einen Grad erreicht, der ein Handeln erfordert. Dabei geht es zum Teil um die bauliche Substanz, in anderen Bereichen aber auch um die heutigen hygienischen Anforderungen, Grenzwerte und Parameter.

Um das Rottenburger Freibad für die nächsten 30 bis 40 Jahre zu ertüchtigen sind enorme finanzielle Mittel notwendig. Wesentliches Ziel der Sanierung ist es, künftig die Betriebs- und Unterhaltskosten deutlich zu reduzieren. Nur so sind die hohen Investitionen in das Bad nämlich zu rechtfertigen. Gleichzeitig soll das Bad barrierefrei werden und weiter an Attraktivität gewinnen.

 

Der größte Handlungsbedarf besteht bei den Technischen Einrichtungen.

 

So ist nahezu die gesamte Aufbereitungstechnik zu erneuern. Darüber hinaus soll auch die Heizung umgestellt werden. Auf die Erneuerung der undichten Fernwärmeleitung wird aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet. Die Aufheizung des Beckenwassers erfolgt über eine Absorberanlage (d.h. mit Sonnenenergie) und zur Unterstützung durch einen gasbetriebenen Schwimmbadheizer. Für die Absorberanlage werden 450 Quadratmeter Dachfläche belegt, wo sich das Badewasser in Schläuchen oder Platten erwärmt. Die Amortisationszeit für die Anlage wurde mit zehn Jahren berechnet. Das Brauchwasser wird ebenfalls über eine solarthermische Anlage (Sonnenkollektoren) erwärmt. Hier beträgt die Amortisationszeit 20 Jahre.

 

Im vorhandenen Gebäude gibt es im Sanitär- und Umkleidebereich die größten Veränderungen. Dieser gesamte Bereich wird neu aufgeteilt und nach heutigen Standards bedarfsgerecht, sowie nach den aktuell geltenden Richtlinien gestaltet. Die Anzahl der Toiletten erhöht sich geringfügig und der Umkleidebereich innerhalb der Duschen wird etwas vergrößert. Der Kassenbereich, die Sammelumkleiden werden zweckmäßig angeordnet und um einen Technikraum zur Brauchwasseraufbereitung ergänzt.

Die Außenwände und die tragenden Säulen des Gebäudes bleiben jedoch erhalten. Lediglich im Bereich der vorhandenen Wasseraufbereitung muss an das Gebäude angebaut werden, da bei nahezu unveränderter Wasserfläche nach heutigen Richtlinien fünf statt bisher zwei Filterbehälter notwendig sind und diese im bestehenden Technikraum aus Platzgründen nicht mehr unterzubringen sind. Die beiden vorhandenen Filter werden saniert und weiterverwendet.

 

Der Kioskbereich, der Geräte-, der Bademeister- und der Wasserwachtraum bleiben im Wesentlichen unverändert.

 

Nach einer Überprüfung der Gebäudestatik wurde festgestellt, dass die Dachkonstruktion des gesamten Umkleidebereichs und des Aufbereitungsgebäudes hinsichtlich der Standsicherheit, auch im Hinblick auf die Errichtung der Absorberanlage auf den Dachflächen, zu erneuern ist. Da das Dach an mehreren Stellen undicht war, wäre eine Sanierung des gesamten Flachdaches ohnehin notwendig gewesen. Nun wird das derzeitige Flachdach gegen ein flach geneigtes Satteldach ersetzt.

 

Um die Barrierefreiheit zu erreichen werden die Stufenanlage bis zum Becken und sämtliche Durchschreitebeckenbeseitigt.

Das Schwimmbecken bleibt ein Mehrzweckbecken und wird komplett mit Edelstahl ausgekleidet. Die Installation wird nach den aktuellen hydraulischen Vorgaben der DIN entsprechend ausgeführt. Das heißt es gibt ein Mehrzweckbecken mit diversen Attraktionen und sechs 50 Meter Schwimmbahnen.

 

Eingebaut wird eine Sprudelbank, Massagedüsen und Sprudelplatten im Nichtschwimmerbereich zur Steigerung der Attraktivität für Alt und Jung. Auf den Einbau eines Schwimmkanals, einer Schaukelbucht und Whirlpool‐Liegen wurde aus Kostengründen verzichtet.

 

Durch den Einbau der Durchströmungskanäle am Beckenboden, wie sie gemäß den aktuellen Richtlinien gefordert sind, erhöht sich das gesamte Becken um etwa 20 Zentimeter, was die Anpassung vom gesamten Beckenumgriff erfordert.

Überlegungen, das Mehrzweckbecken in ein Schwimmer- und ein Freizeitbecken aufzuteilen, wurden aufgrund der deutlich höheren Baukosten wieder verworfen. Diese höheren Baukosten können selbst langfristig durch günstigere Betriebskosten nicht eingespart werden. Ein tolle Bereicherung vor allem für die Kinder und Jugendlichen wird eine neue Breitwellenrutsche sein, die in unmittelbarer Nähe der schon vorhandenen Rutsche errichtet wird.

 

Aber auch an die Kleinsten wird gedacht. So wird neben einem neuen Kinderbecken ein kleines Funktionsgebäude mit Kindertoilette und Wickelvorrichtung, sowie einer Unisextoilette für Erwachsene errichtet. Damit sollte gewährleistet sein, dass Kinder ihre „kleinen Geschäfte“ nicht mehr in den angrenzenden Sträuchern verrichten.

 

Die berechneten Baukosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro. Davon entfällt in etwa ein Drittel auf die gesamte Technik, ein Drittel auf das mit Edelstahl ausgekleidete Schwimmbecken und ein Drittel auf die Bausubstanz. Die gesamten Kosten für die neue Rutsche belaufen sich auf 120.000 Euro, was auf die Laufzeit und vor allem die Häufigkeit der Nutzung als eher gering einzustufen ist. Die Einsparungen bei den Betriebskosten und den jährlichen Instandhaltungsaufwendungen werden sich voraussichtlich auf 70.000 bis 80.000 Euro belaufen. Damit wird sich das jährliche Defizit um mehr als ein Drittel reduzieren.

 

Außerdem wird sich der Unterhaltsaufwand, wie beispielsweise die tägliche Beckenreinigung, verringern.

 

Für den gesamten Stadtrat stand bei allen bisherigen Beratungen zur Freibadsanierung im Vordergrund, ein schlüssiges, langfristiges und nachhaltiges Gesamtkonzept für weitere 40 Jahre Badebetrieb zu entwickeln und umzusetzen.

 

Trotz der hohen Investitionen ist festzuhalten, es geht ausschließlich darum, unser Freibad für die nächsten 30 bis 40 Jahre fit zu machen, also um Investitionen in die Substanz. Dies wurde mit einem einstimmigen Beschluss zur Entwurfsplanung bestätigt.

 

Um die Baumaßnahmen bis zur darauffolgenden Saison abschließen zu können, ist es notwendig, den Freibadbetrieb am 20. August einzustellen. Falls witterungsbedingt möglich, soll die Freibadsaison dieses Jahr etwas früher starten.

 

Mit dieser Maßnahme sichern wir eine, in der Bevölkerung äußerst beliebte, Freizeiteinrichtungen für die Zukunft ab.

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