Erschließung der Alten Ziegelei abgeschlossen

Ärztehaus offiziell eröffnet

Am 23. September wurden zwei Meilensteine in der Entwicklung der Alten Ziegelei gefeiert. Zum einen die Fertigstellung des Ärztehauses und zum anderen den Abschluss der Erschließungsarbeiten. Am 10. April 2012 erwarb die Stadt Rottenburg die ehemalige Ziegelei mit einer Fläche von rund 70.000 qm.
Zur Einweihungsfeier konnte Bürgermeister Alfred Holzner auch Landrat Peter Dreier begrüßen, der die Stadt Rottenburg beglückwünschte und den gesamten Stadtrat für die vorausblickenden und mutigen Entscheidungen für die Weiterentwicklung Rottenburgs lobte. Pfarrer Peter Nauhauser und Diakon Einzmann segneten die Räume des neuen Ärztehauses. „Heute dürfen wir den Abschluss von zwei wichtigen Projekten für Rottenburg feiern“, so Bürgermeister Holzner zur Eröffnung der kleinen Feierstunde.

Zur Erschließung der „Alten Ziegelei“


Mit den Erschließungsarbeiten, also dem Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau wurde gleichzeitig die Struktur für einen Großteil des Areals festgelegt. Der Umsetzung dieser Maßnahme ging ein umfangreicher Planungs- und Abstimmungsprozess voraus. Nachdem mit der Regierung von Niederbayern die Aufnahme in die Städtebauförderung vereinbart werden konnte, ging es darum, geeignete Büros zu finden, die uns bei der Erstellung einer sogenannten Rahmenplanung begleiten. Mit den Architekturbüros Bichler für den städtebaulichen Teil und dem Landschaftsarchitekturbüro Längst und Voerkelius entschied sich der Stadtrat für die richtigen Partner bei der Umsetzung dieser Maßnahme. Unter Einbeziehung der Bevölkerung wurde im Jahr 2014 die Rahmenplanung erarbeitet. Dieser Rahmenplan war dann die Grundlage für die Erstellung des Bebauungsplans, welcher vom Stadtrat am 23. August 2016 einstimmig beschlossen wurde.
Danach folgte die Planung und Ausschreibung der Maßnahme. Am 6. Dezember fand die Submission statt, wo der Firma Pritsch der Auftrag für die Erschließung des Ziegeleigeländes mit Straßen- und Kanalbau, sowie den Pflaster- und Asphaltarbeiten am Ärztehaus mit einem Volumen von rund 700.000 Euro erteilt wurde. Baubeginn war im April dieses Jahres.
Die gesamte Planung und Bauüberwachung wurde dem IB Ferstl übertragen.
Trotz der hohen Auslastung im Tiefbau konnte die Maßnahme noch rechtzeitig abgeschlossen werden.
Damit die Erschließungsarbeiten jedoch überhaupt durchgeführt werden konnten, waren verschiedenste Vorarbeiten notwendig. Dazu zählen im Wesentlichen die Beseitigung der Gebäude sowie die Beseitigung der Lehmhalde. Beide Maßnahmen werden von der Städtebauförderung mit 60 Prozent gefördert und belaufen sich auf rund 750.000 Euro.
Im nächsten Schritt werden die Grün- und Parkanlagen, sowie die Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer hergestellt und in einem weiteren Schritt soll ein öffentlicher Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen.
Rund 20.000 Quadratmeter im Westen des rund 70.000 Quadratmeter großen Areals sind für Wohnnutzung vorgesehen und werden später überplant.
Mit der Balk-Gruppe konnte ein in der Bürgerbeteiligung häufig geäußerter Wunsch nach seniorengerechtem Wohnen in die Tat umgesetzt werden.

 

Verkehrsfreigabe
Verkehrsfreigabe der alten Ziegelei


Zum Ärztehaus:


Den Gedanken zur Errichtung eines Ärztehauses für Rottenburg gab es schon länger und auch in verschiedenen Konstellationen. Konkret wurde es, als der Stadtrat am 3.Juni 2014 beschloss, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen und ein Ärztehaus unter der Voraussetzung bestehender Mietverträge zu errichten. Dabei war es nicht einfach, Mieter für ein Projekt zu finden, welches zum Teil am Papier, zum Teil nur in Gedanken existiert. Dies hat sich mehrfach gezeigt. So sind in dieser Phase zahlreiche Mietinteressenten immer wieder, vielleicht auch aufgrund von Zweifel an der Realisierung, abgesprungen.
Wegweisend war, als der Stadtrat dann im 14. April 2015 beschloss, das Projekt auch ohne konkrete Mietverträge zu starten. Dank gilt hier dem Stadtrat, der mit großer Mehrheit Mut und Weitblick bewiesen hat. Mit dem Ärztehaus hat die Stadt die einmalige Gelegenheit, auf gewisse Rahmenbedingungen selbst Einfluss nehmen zu können und Flächen für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in einem zentral gelegenen, attraktiven und barrierefreien Gebäude anbieten zu können. Versorgung bedeutet nicht nur die medizinische Versorgung, sondern in unserem Fall auch die Versorgung mit einem Dienstleistungsangebot, nämlich dem der AOK, wo statistisch jeder zweite unserer Bürger versichert ist.
Bürgermeister Holzner dankte in seiner Ansprache Herrn Direktor Kiermaier dafür, dass er sich persönlich so stark für den Standort Rottenburg eingebracht hat und sich beim Vorstand in München mit der Idee einer neuen Geschäftsstelle behaupten konnte. Das war ja nicht ganz einfach in Zeiten, wo die Zentralisierung das Schlagwort schlechthin ist. Für uns als Kleinstadt allerdings eminent wichtig, solche Dienstleistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger vor Ort anbieten zu können und sich in der Attraktivität somit abheben zu können. Besonders erfreulich ist, dass wir mit der Schaffung attraktiver und zeitgemäßer Räumlichkeiten die Hebammenpraxis Kindersegen vor Ort halten konnten und zusammen mit ihr auch die frauenärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Aulbach/Dr. Takacs hierher umgezogen ist und sich weiterhin zum Standort Rottenburg bekennt. Gerade in einem wachsenden Ort wie Rottenburg ist der Hebammendienst nicht wegzudenken und die örtliche Nähe für Mütter vor und nach der Entbindung besonders vorteilhaft. Ebenso gehört ein Frauenarzt zur medizinischen Grundversorgung und der Bedarf ist zweifellos vorhanden.  Mit den Hausärzten Ehner und Hadaller, die erst im nächsten Jahr in dieses Gebäude ziehen werden, wird das Ärztehaus weiter aufgewertet und der bisherige Praxisbetrieb auf eine neue, barrierefreie und moderne Basis gestellt. Dies ist erfreulich, weil dadurch das medizinische Leistungsangebot in diesem Haus deutlich breiter und nochmals attraktiver wird.

                             

 

Schlüsselübergabe

Ärztehaus von Außen
Schlüsselübergabe durch Herrn Bielmeier an Ersten Bürgermeister Herrn Holzner
   Das neue Ärztehaus von Außen

Segnung Ärztehaus

 

 

Unser Dank gilt allen Baufirmen für die professionelle und

zeitgerechte Ausführung der Gewerke.
Besondere Anerkennung gilt dem Architekturbüro Winkler, welches bei dieser Baumaßnahme mit der Planung und Bauüberwachung beauftragt war und die Maßnahme im vorgegebenen Zeitfenster abwickelte. Der Kostenrahmen konnte dabei sogar leicht unterschritten werden.
Nach der offiziellen Schlüsselübergabe durch Herrn Bielmeier, vom Architekturbüro Winkler, erfolgte die Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Peter Nauhauser und Diakon Rudolf Einzmann.

 

 

Beim anschließenden Rundgang durchs Gebäude und die Praxen konnten sich die Gäste von der hohen Qualität und der ansprechenden Ausstattung überzeugen.
Besonders erfreulich ist es, dass unser Ärztehaus in gewisser Weise auch als Impulsprojekt dient und in absehbarer Zeit, mit Kieferorthopädie und Kinderzahnheilkunde neue fachärztliche Leistungen im zahnmedizinischen Bereich erstmals hierher nach Rottenburg kommen.
Am Tag der offenen Tür nahmen überraschend viele Besucher die Möglichkeit der Besichtigung in Anspruch. Die vielen positiven Rückmeldungen darüber, dass die Stadt das Ärztehaus errichtet und die Rahmenbedingung für das seniorengerechte Wohnen geschaffen hat, waren überwältigend und bestätigen die Entscheidungen des Stadtrates.

 Segnung durch Pfarrer Peter Nauhauser und Diakon Rudolf Einzmann.