Aktuelles zur Breitbanderschließung

Im Rahmen des Bundesförderprogramms zur Unterstützung des Breitbandausbaus hat der Stadtrat im Dezember 2016 beschlossen, ein Konzept für ein rein auf Glasfaser basiertes Telekommunikationsnetz zur Sicherung der zukünftigen Breitbandversorgung erstellen zu lassen.

Breitbandausbau

Mit diesem Konzept hat die Stadt nun ein Werkzeug an der Hand, um bei allen künftigen Straßenbaumaßnahmen oder Straßensanierungen bedarfsgerecht Leerrohre mitzuverlegen und damit bei einem späteren Glasfaserausbau den erneuten Straßenaufbruch zu vermeiden und somit die Tiefbaukosten zu reduzieren.
Die Netzbetreiber bauen nur dort Glasfaser bis in die Häuser, wo es wirtschaftlich interessant ist, derzeit in den Großstädten, wo mit wenig Aufwand viele Haushalte erschlossen werden können. Im ländlichen Raum ist dieser Ausbau für die Netzbetreiber wirtschaftlich uninteressant. Daran werden die negativen Auswirkungen der Privatisierung der Telekommunikation durch die Bundesregierung besonders deutlich, denn nach wie vor handelt es sich um eine ausschließliche Bundesaufgabe.
Trotzdem bemüht sich die Stadt möglichst gute Voraussetzungen für die Breitbandversorgung zu schaffen. Mit den FTTB-FTTH-Konzept (FTTB/FTTH Fiber To The Building/Home = Glasfaser bis ins Gebäude/an den „Schreibtisch“) soll langfristig eine eigene Leerrohrinfrastruktur für ein FTTH-Netz aufgebaut werden und Synergien durch die Mitverlegung bei Baumaßnahmen genutzt, sowie bereits vorhandene Rohrsysteme eingebunden werden.
Dabei soll Stück für Stück eine eigene Netzstruktur vom Zentralen Netzknoten über sogenannte Faserkonzentratoren, Glasfaser-Verzweiger bis zum Hausanschluss entstehen.

 


Für Rottenburg müssten rund 3.175 Gebäude und 5000 Haushalte angebunden werden.
Schematische Darstellung der Leerrohrstruktur im Hauptort Rottenburg
Konkret müssten hierzu im Tiefbau 40 Km unbefestigte und 110 Km befestigte Strecken, 11 Km Straßenquerungen und 50 Km auf Privatgrundstücken erstellt werden. An Leitungen müssten 235 Km Microducts-Verbände, 60 Km Hausanschlüsse und 920 Km Glasfaserkabel verlegt werden.
Um zu verdeutlichen vor welcher Herausforderung wir stehen, ist ein Blick auf die Kosten notwendig. Die Kosten für den dargestellten Ausbau würden sich nach heutiger Schätzung auf rund 30 Millionen Euro belaufen. Da die Hälfte der Kosten auf den Tiefbau entfällt wird klar, dass nur dort letztlich durch die geschilderten Synergien noch Kosten eingespart werden können.
Ein flächiger eigenwirtschaftlicher FTTB-Ausbau durch Breitbandversorger ist in den ländlichen Räumen derzeit nicht zu erwarten. Bei den Bandbreitenprognosen (Verdoppelung der Bandbreiten alle zwei Jahre) ist es erforderlich, dass mittelfristig die für DSL genutzten Telefonleitungen durch Glasfaser ersetzt werden. Glasfasernetze bieten eine fast verlustfreie Datenübertragung und die maximal mögliche Übertragungsgeschwindigkeit ist derzeit nur von der eingesetzten aktiven Technik abhängig. Funknetze können diese Datenmengen in die Zukunft betrachtet nicht transportieren. Das FTTB-Konzept steht der Stadt als Planungsgrundlage für eine mittel-/langfristige Umsetzung zur Verfügung.
Weitere aktuelle Informationen zum Thema Breitband
Unabhängig von diesem Konzept bemüht sich die Stadt den Breitbandausbau an verschiedenen Stellen voran zu treiben.
Derzeit plant die Telekom einen eigenwirtschaftlichen Ausbau (FTTC=Glasfaser bis zum Verteilerkasten) an den Hauptverteilern in Rottenburg Seidererstraße und in Oberroning. Davon werden allerdings nur wenige Haushalte profitieren. Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau des gesamten Hauptortes Rottenburg durch die Telekom ist derzeit nicht abzusehen. Ein staatlich geförderter Ausbau des Hauptortes ist bis heute nicht zulässig, da durch die Erschließung mit Kabel Deutschland (zumindest theoretisch) eine Versorgung mit bis zu 100 Mbit/sec möglich ist. Dies regeln die jeweiligen Förderrichtlinien des Staates. Ähnlich verhält es sich im Industriegebiet. Auch hier ist grundsätzlich ein Ausbau durch einen weiteren Netzbetreiber nicht zulässig, da bereits ein staatlich geförderter Ausbau (amplus AG) stattgefunden hat. An diesen Beispielen wird vielleicht deutlich, warum wir uns so schwer tun die Breitbandversorgung zu verbessern. Es fehlt nicht am Willen!
Vielmehr sind es die wirtschaftlichen Interessen der Netzbetreiber und die Regulierungswut des Staates, die unsere Möglichkeiten so sehr einschränken.
Dies wird auch daran sichtbar, dass die Verwaltung derzeit den Einstieg in ein neues Förderprogramm, den sogenannten „Höfebonus“ vorbereitet. Damit könnten, abhängig von den eingehenden Angeboten, im besten Fall alle bisher nicht mit 30 Mbit/sec versorgten Gebiete (vorrangig Einöden, Weiler, kleine Dörfer) mit Glasfaser bis zum Grundstück erschlossen werden. Darüber hinaus versuchen wir, wo immer möglich, die Breitbandversorgung zu verbessern.
Abschließend noch zum aktuellen Stand aus dem letzten Förderprogramm zu Breitbandausbau noch nicht vollständig abgeschlossenen Bereiche Oberotterbach und Inkofen.
Nach Aussage der amplus AG vom 8. Januar diesen Jahres soll die Breitbandversorgung für Oberotterbach noch im Februar freigeschaltet werden. Für den Ortsteil Inkofen konnte uns noch kein Zeitfenster mitgeteilt werden. Allerdings wurde durch amplus bei der Telekom zwischenzeitlich ein Ausbauantrag gestellt, so dass auch hier hoffentlich in absehbarer Zeit der Ausbau, so wie mit der amplus AG vertraglich geregelt, abgeschlossen werden kann. Damit wäre dann auch der gesamte Ortsteil Inkofen mit 30 Mbit/sec erschlossen.

 

Schematische Darstellung

Schematische Darstellung der Leerrohrstruktur im Hauptort Rottenburg