Ehrenabend der Stadt Rottenburg

 
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
 
jedes Jahr lädt die Stadt Rottenburg zu einem Ehrenabend ein, an dem Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise für die Stadt Rottenburg und die hier lebenden Menschen eingesetzt und verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurde eine Person geehrt, die sich für das Wohl der Stadt Rottenburg mit deren Bürgerinnen und Bürgern in ganz außergewöhnlicher Weise und über sehr lange Zeit eingesetzt hat und immer noch einsetzt. Regierungspräsident Reiner Haslbeck hielt die Festansprache und Landrat Peter Dreier ein Grußwort.


Hans Weinzierl zum Ehrenbürger und Altbürgermeister ernannt


Mit einem Zitat des griechischen Philosophen Heraklit, „Große Ergebnisse erfordern großen Ehrgeiz“ wurde eine Persönlichkeit geehrt, die durch großen Ehrgeiz große Ergebnisse für unsere Stadt erzielte und die sich in ganz besonderer Weise für seine Heimatgemeinde eingesetzt hat und dies auch heute noch tut.
Hans Weinzierl hat in seiner Zeit als 1. Bürgermeister, vom 1. Mai 1990 bis 30. April 2008 die Stadt Rottenburg zu einer Vorzeigekommune entwickelt. Mit einem enormen persönlichen Einsatz, Ehrgeiz und Geradlinigkeit, in guter Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, der Verwaltung und der Unterstützung durch die Behörden, hat er sich stets für die Belange seiner Heimatstadt eingesetzt. Noch im ersten Jahr seiner Amtszeit hat er die Gründung und Einweihung der Musikschule vollzogen. Von ihm wurde auch die Stadtsanierung maßgeblich vorangetrieben. In Verbindung mit der Stadtsanierung wurde der Kapellenplatz ausgebaut, ein Gebäude mit Geschäften, Lokalen, Wohnungen, Bürgersaal und Tiefgarage.
Industrie und Arbeitsplätze waren ihm immer ein besonderes Anliegen. So wurden neue Industrie- und Gewerbegebiete ausgewiesen und Arbeitsplätze geschaffen und Rottenburg zu einer wirtschaftsfreundlichen Gemeinde entwickelt. Außerdem wurden mehrere Wohnbaugebiete erschlossen, wodurch über 200 Wohnhäuser entstehen konnten. Eine enorme Herausforderung war die Anbindung aller umliegenden Ortsteile an die Kanalisation. Ohne die Gründung unseres Kommunalunternehmens und der EBGmbH wären diese Aufgaben in Zeiten hoher Fördermittel nicht zu stemmen gewesen. Wobei die damalige Gründung unseres Unternehmens eine enorme Herausforderung mit vielen offenen Fragen und damit auch Unsicherheiten war. Hervorzuheben ist auch die Errichtung der Klärschlammvererdungsanlage im Betreibermodell. 
In seine Amtszeit fielen aber auch hohe Investitionen in den Schulhausanbau mit Musikschule, die Bücherei, die Sanierung der vorhandenen Schule. Besonders hervorzuheben ist der Bau der Mehrzweckhalle mit Ausbau der gesamten Außenanlagen im Schulbereich sowie dem Bau des Jugendtreffs und der Verkehrsschule. Es war ihm ein besonders Anliegen, öffentliche Freizeiteinrichtungen attraktiv zu halten. So erhielt unser Freibad eine große Wasserrutsche und einen Wasserspielplatz. Die Sportvereine und sonstigen Vereine wurden in ihrer wichtigen Jugendarbeit entsprechend unterstützt und die Feuerwehren wurden zeitgemäß ausgerüstet.
Eine Mammutaufgabe war für ihn, den gesamten Stadtrat und die Verwaltung, der Kauf des Bundeswehrgeländes. Nur allein durch sein Verhandlungsgeschick konnte der größte Teil vermarktet werden, wobei der Landkreis und die Lebenshilfe den Kern der Entwicklung bildeten. Der Volksfestplatz konnte dadurch aus den beengten Verhältnissen im Wohngebiet verlagert werden. Auf dem Gelände vor dem Kasernenareal wurden weitere Gewerbeflächen und Wohnbaugrundstücke ausgewiesen. Das Haus der Vereine wurde auf den Weg gebracht und ist heute nicht mehr wegzudenken. 
Die Errichtung des großen Einkaufszentrums an der Landshuter Straße bedeutete eine ganz besondere Herausforderung, brachte zusätzliche Kaufkraft und verhalf dazu, dass Rottenburg heute Mittelzentrum ist.
Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen mit z. B. Straßenbau, Straßensanierungen, Radwegebau, Grunderwerb für südliche Ortsumgehung und Grunderwerb mit Vorfinanzierung Straßengrund Staatsstraße Rottenburg – Türkenfeld in Verbindung mit der Gemeinde Hohenthann, der Gründung des Behördenturniers, der Einführung des Volksfestauszuges in der heutigen Form, der Gründung des Wochenmarktes, der Einführung der Bürgermedaillenverleihung, der Bereitstellung eines Bürgerbusses, der Herausgabe des Heimatbuches, der Abwicklung der 750 Jahre Stadt Rottenburg, die Herausgabe unseres Mitteilungsblattes.
Der Bürger der mit offenen Augen durch unsere Großgemeinde geht, sieht was in der Amtszeit von Hans Weinzierl als 1. Bürgermeister alles bewegt wurde. Hans Weinzierl hat ab 1990 als Kreisrat und über 18 Jahre als Fraktionssprecher der Freien Wähler die Kreispolitik maßgeblich mitgeprägt. Vor Ort galt sein besonderer Einsatz der Weiterentwicklung der Schlossklinik und den Schulen in Trägerschaft des Landkreises.
Von 2003 bis 2018 setzte er sich als Bezirksrat vehement und engagiert für die Belange der Bürgerinnen und Bürger Niederbayerns ein. Dabei galt seine besondere Fürsorge den sozial schwachen und bedürftigen Mitbürgern.
Seit 1990 ist Weinzierl im Spitalrat vertreten und lenkt nun seit 20 Jahren die Entwicklung dieser wichtigen Einrichtung als Vorsitzender. Besonders hervorzuheben ist dabei der Neubau und Umbau in Pattendorf, sowie der Neubau des Hauses St. Martin in Pfeffenhausen und die Umstrukturierung mit Gründung einer GmbH.
Dem Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe steht er seit 2005 als Vorsitzender vor. In dieser Funktion setzt er sich mit ganzer Kraft für unser wichtigstes Lebensmittel ein, um dessen Qualität auch noch für nachfolgende Generationen zu sichern. Nicht unerwähnt soll sein Engagement als Vorsitzender des Volksbildungswerks, der heutigen Volkshochschule bleiben, wo er zum Ende seines 18-jährigen Wirkens die maßgeblichen Weichen für die Umstrukturierung stellte.
Wir danken „unserem“ Altbürgermeister und Ehrenbürger Hans Weinzierl für sein Engagement und Herzblut, welches er in seine Ämter und die Entwicklung seiner Heimatstadt gesteckt hat. Sein Motto, „für die Gemeinde das Beste herausholen“ hat er beim Dienstantritt als Bürgermeister verkündet und bis heute gelebt.
 
 Ehrung Weinzierl
 

Sportlerehrung


Mit der Ehrung eines Funktionärs und von besonders erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern soll zu allererst das ehrenamtliche Engagement in unseren Vereinen hervorgehoben werden. Es ist enorm, was dort Zeit für den Verein, die Sportanlagen, für die Arbeit in der Vorstandschaft, als Betreuer oder in sonstiger Funktion eingebracht wird, um einen reibungslosen und möglichst erfolgreichen Betrieb zu organisieren. Ohne diese Bereitschaft sich ehrenamtlich einzubringen, gäbe es den Breitensport in der Form nicht. Deshalb gilt unser Dank allen, die sich in den Vereinen einbringen. Dank gebührt auch den Sportlern selbst. Ohne Fleiß, Disziplin und ohne immer wieder den inneren Schweinehund aufs neue zu überwinden, kann man als Sportler nicht so erfolgreich sein. Und gerade im Breitensport ist ja oftmals der Erfolg an sich der einzige Lohn für all die Anstrengungen und nicht wie im Profisport die utopischen Preisgelder. Nicht zuletzt gilt unser Dank den Eltern, ohne deren Mitwirkung der Sportler, die Sportlerin ihr Hobby, gerade als Kind und Jugendlicher oft gar nicht ausüben könnte.
Im Rahmen der Sportlerehrung wurden gewürdigt
 
Andreas Schuster, Bogenhausen
Das Oberhatzkofener „Fußballurgestein“ ist seit 1981 aktiv beim SV Oberhatzkofen. Hat dort alle Juniorenmannschaften durchlaufen und wurde sowohl in der Jugend als auch im Herrenbereich insgesamt viermal Meister. Sein Karriereende war im Sommer 2018 nach 37 Jahren aktiver Spielzeit.
Im Moment ist er Ausschussmitglied, Jugendtrainer der C-Jugend und seit fünf Jahren Jugendleiter des SV Oberhatzkofen. Seit Ende März 2019 besitzt er auch die C-Lizenz zum Kinder- und Jugendtrainer.
 
Raffaela Igl, Münster
Frau Raffaela Igl ist seit 2010 Mitglied der Judoabteilung des TSV Abensberg. Neben zahlreichen und nennenswerten Erfolgen in den Jahren 2016 und 2017 erfolgte im Jahr 2018 der bisher größte Erfolg.
Neben den U21 Bayerntitel, Goldmedaille im European-Cadet Cup, 1. Platz beim Cadet-European-Judo-Cup und der Bronzemedaille bei der U18-EM konnte sie bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires die Goldmedaille (bis 78 kg) für sich gewinnen. Im Halbfinale schlug sie die Nr. 1 der Welt aus Kasachstan. Frau Raffaela Igl ist auch im Deutschen Judonationalteam und im Moment die Nr. 1 der U18 Weltrangliste.
 
Michelle Modjesch, Rottenburg
Frau Michelle Modjesch geht für die Schwimmabteilung des A.T.S.V. 1871 Kelheim an den Start. Bei der Niederbayerischen Meisterschaft im April 2018 in Kelheim konnte sie jeweils den ersten Platz in der AK 20 über Brust (50m/100m/200m), Schmetterling (50m/100m), Freistil (50m) und Lagen (100m/200m) gewinnen.
Auch bei der Niederbayerischen „Langen Strecke“ im Juli 2018 in Landshut konnte Michelle Modjesch in der AK 20 die Wettkämpfe in Brust (50m/100m/200m), Schmetterling (50m/100m), Freistil (50m/100m) und Rücken (50m/100m) für sich entscheiden.
 
Manja Köckritz, Oberroning
Für die Leichtathletikabteilung des TSV Rottenburg ist Frau Manja Köckritz Bayerische Vizemeisterin im Weitsprung der AK W40 im Juni 2018 in Regensburg geworden.
 
Tom Schweiger, Rottenburg
Der einzige Juniorensportler für 2019 spielt bei der Tischtennisabteilung der DJK Altdorf. Er konnte im Jahr 2018 den zweiten Platz bei den Top 24 Deutschlands erreichen und Anfang 2019 sogar den ersten Platz der Top 12 Deutschlands. Er wurde bei der Schülernationalmannschaft im Tischtennis aufgenommen.
 
Sportlerehrung
 

Nachwuchsförderpreis


Den Nachwuchsförderpreis, der dieses Jahr zum 7. Mal von der Berta und Bruno Selwat Stiftung im Rahmen des Ehrenabends vergeben wurde, erhielt Philipp Ruhland, für sein Engagement als Jung-Schriftsteller. Sein erstes Buch „Neue Nachbarn“ wurde bereits vor einem Jahr fertig gestellt und ist bereits auf dem Markt, der zweite Roman folgt in Bälde. Helmuth Zellner gratulierte als Vorsitzender im Namen der Stiftung zu diesem Preis, der mit einer Urkunde und einem Geldpreis verbunden ist und wünschte ihm für seine schriftstellerische Tätigkeit weiterhin viel Erfolg.
 
Nachwuchsförderpreis